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Pugnitello ist eine autochthone toskanische Rebsorte, deren Ursprung teilweise im Dunkeln liegt. Seit Jahrhunderten ist sie in den Hügeln der Alta Maremma, des Chianti und in den Provinzen Siena und Grosseto dokumentiert. Der Name leitet sich von ihrer kleinen, kompakten Traube ab, die einer „Faust” (pugno) ähnelt: Die Kompaktheit der Traube, die zur Bildung von Schimmel führen kann, und der geringe Ertrag pro Hektar haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass sie aufgegeben wurde.
Seine Wiedergeburt begann in den 80er Jahren, als Dr. Bandinelli auf dem Monte Amiata einige überlebende Rebstöcke entdeckte und damit entscheidend zu seiner Erhaltung beitrug.
In den folgenden Jahren ermöglichten genetische Studien und agronomische Versuche die schrittweise Wiedereinführung in den Anbau. Von grundlegender Bedeutung für diesen Weg war die Arbeit der azienda agricola San Felice, bei Siena. Das progetto vitiarium / coltivatori custodi, das mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, seltene autochthone Rebsorten wiederzugewinnen, die biologische Vielfalt zu erhalten und historischen Sorten ihre Würde zurückzugeben. Sequerciani ist seit 2021 auch Coltivatore Custode und Teil dieser Vision.

Als Ruedi Gerber 2009 beschloss, einen Rebberg anzulegen, hatte er keine Zweifel: Pugnitello war die erste Rebsorte, die er auswählte. Eine bewusste Entscheidung, als Ausdruck des Terroir der Maremma, Symbol der Artenvielfalt und im Einklang mit einer regenerativen und biodynamischen Landwirtschaft.
Diese kompakte Traube, die in feuchten Jahren anfällig für Mehltau ist, findet ihr ideales Gleichgewicht in den lehmig-kalkhaltigen und mineralischen Hügelböden von Sequerciani, wo Lage, gute Belüftung und Temperaturschwankungen die Konzentration und phenolische Reifung begünstigen und Schimmelbefall verhindern.
Unser Pugnitello im Sequerciani.
Dieser Wein wird aus reinsortigen Pugnitellotrauben hergestellt, die spontan mit pflanzeneigenen Hefen vorgegoren und 18-20 Tage lang in Zementtanks mazeriert werden. Die Reifung in Amphoren aus Terrakotta wird zusammen mit der Reifung in französischen Eichenfässern gemischt und dauert etwa zwei Jahre. Nach der Abfüllung ruht der Wein ein weiteres Jahr in Glasflaschen.
Dort präsentiert er sich bereits mit seiner intensiven rubinroten Farbe. Die Tannine sind kräftig und dennoch fei: In der Nase bietet er Noten von Waldfrüchten, Pflaumen und würzigen Nuancen. Am Gaumen ist er strukturiert und harmonisch, mit einer Frische, die die Fülle unterstützt und ausgleicht.
Es ist ein Wein, der das Terroir mit Eleganz und Entschlossenheit widerspiegelt. Perfekt zu herzhaften Gerichten, langsam gegartem Fleisch, gereiftem Pecorino-Käse und würzigen Speisen. Ein Wein, den man auf der Zunge in vollen Zügen geniessen sollte.
Die Arbeit unserer Landwirtschaft wird so zur Kultur.
